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Mit Vollgas in die neue Saison


Datum: 17.08.2020

Sie lachen, scherzen, stolpern über offene Schuhbändel und wollen nur noch eines – der Ball soll ins Eckige. Alles andere gerät in den Hintergrund. Mit leuchtenden Augen rennen die jüngsten Frutiger Kickerinnen und Kicker im Verein dem Ball wieder hinterher. Ihre Freude steht über allem und steckt auch alle anderen an. So stecken sie mit ihrer Leidenschaft den ganzen Verein an: Das Fussballvirus ist wieder entfacht, endlich geht es wieder los. Der FC Frutigen wird mit 20 Teams die neue Saison treu dem Motto «Fussball bewegt, Fussball verbindet, Fussball integriert und Fussball weckt Emotionen» in Angriff nehmen.

«Alte» Saison wird wiederholt
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Rückrunde bei den Fussballern gar nicht erst gestartet. Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) beschloss, die Sai-son 2019/20 abzubrechen, zu annullieren und somit nicht zu werten. Somit gab es auch keine Auf- und Absteiger. In die neue Saison 2020/21 startet jedes Team wie beim Start in die Saison 2019/20. Die Junioren und Juniorinnen spielen eine Halbjahresmeisterschaft analog der Frühjahrsrunde 2020. Bei den Aktiven wird die Übergangssaison mit der Reorganisation wiederholt. In der 3. Liga gilt somit die Regelung, dass alle Gruppensieger direkt in die 2. Liga regional aufsteigen. Dem gegenüber steigen alle Teams auf den Rängen 10, 11 und 12 in die 4. Liga ab. Bei den 4.-Ligisten steigen nur noch die Gruppensieger in die 3. Liga auf – die Zweitplatzierten bleiben hier auf der Strecke.

Vereinsschutzkonzepte sind zwingend
Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb aller Sportarten mussten vereinsspezifische Schutzkonzepte erstellt werden. Hier waren einige Grundsätze zwingend festzulegen: Nur symptomfrei ins Training und an Spiele, Abstand halten, gründlich Hände waschen, Beschränkung der Anzahl anwesender Personen gemäss Vorgaben Bund ev. Kanton und Präsenzlisten führen. Für das Vereinslokal «FC-Hüsi» gilt das gültige Schutzkonzept für Gastrobetriebe. Spiko-Chef Beat Mosimann wurde als Covit-Verantwortlicher des FC Frutigen bestimmt und sorgt für die Umsetzung dieser Konzepte. Spieler und Zuschauer sollen auf dem Fussballplatz Frutigen sicher sein: Trainer und Funktionäre wurden angewiesen, die Vorgaben hartnäckig umzusetzen. Auf dem Fussballareal werden zusätzliche BAG-Plakate aufgehängt, eine Registrierung der Zuschauer ist (noch) nicht nötig. Für Gäste des Klubhauses ist dies jedoch weiterhin Pflicht. Der Verein bittet alle Personen, sich an die Schutzkonzepte zu halten und appelliert an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

Umbruch bei den 3. Liga Herren
Der Abbruch der vergangenen Saison hat dem 3. Liga-Team in die Karten gespielt, befanden sie sich damals auf einem Abstiegsplatz. Während der Corona-Pause zeichnete sich ab, dass es einen erneuten Umbruch im Team zu verkraften gab. Mit Joel Müller, Reto Zurbriggen, Daniel und Marco Schmid werden gleich vier ältere und erfahrene Spieler nicht mehr dabei sein. Vier weitere gehen in die 4. Liga zurück, ein Spieler wechselt den Verein. Mit Zuzügen von Hansueli Hänni (Beendigung Fussballpause), Cristiano Lopes und Sandro Hafner (Übertritte) sowie der Integration von weiteren A- und B-Junioren kann Trainer Gerhard Fuchs mit seinem Assistenten Bernhard Glauser auf ein 24-Mannkader zählen. Aufgrund dieser Mutationen senkte sich der Altersdurchschnitt im Kader auf 21.5 Jahre. Wichtig wird erneut die gute Zusammenarbeit mit der 4. Liga sein, die als Saisonziel den Ligaerhalt anstrebt.  

Konkurrenzkampf belebt
Der Konkurrenzkampf in der ersten Mannschaft ist infolge der vielen Mutationen und jungen willigen Spieler voll im Gang. Dies fördert den Trainingsbesuch und den vollen Einsatz in Spielen. Durch einen nachgewiesenen Corona-Fall bei einem gegnerischen Spieler wurde das «Fuchs/Glauser-Team» zehn Tage in Quarantäne geschickt. Alle blieben glücklicherweise symptomfrei und wussten dann, warum sie sich an die vorgegebenen Regeln und Schutzvorkehrungen halten werden. In den sechs Testspielen und der ersten Cup-Runde (11:1 Sieg gegen den FC Mett) gab es keine einzige Niederlage. Das Selbstvertrauen für einen erfolgrei-chen Saisonstart kann somit nicht besser sein. «Mit Kampf, Laufbereitschaft und Teamgeist wollen wir das fehlende Glück auf unsere Seite bringen. Wichtig wird dann sein, dass wir die guten Leistungen in Training und Testspielen umsetzen können. Wir wollen den Zuschauern attraktiven Fussball zeigen und die ehemals gefürchtete Heimstärke wieder an den Tag legen», so der motivierte und überzeugte Trainer Gerhard Fuchs. «Durch die Verkleinerung der 3. Liga mit mindestens drei Absteigern muss das Ziel sein, so schnell als möglich den Gefahrenbereich Abstieg verlassen zu können».

Das kommende Wochenende noch spielfrei, wird die 3. Liga diese Woche gleich zwei Partien bestreiten müssen. Am Mittwoch in der zweiten Runde im Berner-Cup auswärts um 19.30 Uhr gegen den FC Zollikofen (3. Liga) und am Samstag die erste Meisterschaftsrunde auswärts um 16.30 Uhr in Erlenbach gegen den FC EDO-Simme.

Frauen und Mädchen gesucht
In den vergangenen Jahren erlebte der Verein während den Europa- und Weltmeisterschaften viele Eintritte von Frauen und Mädchen. Der Erfolg blieb nicht aus: Aufstieg in die 2. Li-ga, bernischer Cupsieger, Teilnahme an Schweizercup-Qualifikationen und Gruppensieg in der 2. Liga mit Verzicht auf Aufstieg in die 1. Liga. Durch den Spiel- und Trainingsunterbruch während der Corona-Krise haben im Frühling keine neuen Spielerinnen den Weg zum FC Frutigen gefunden. Demgegenüber standen doch etliche Abgänge durch Rücktritte, Weiterbildungen und Verletzungen die noch nicht wieder kompensiert werden konnten. Unterdessen in die 3. Liga abgestiegen, macht sich der Mangel an Spielerinnen mehr und mehr bemerkbar. Den Verantwortlichen blieb nichts anderes mehr übrig, als die 4. Liga Frauen und das FF-19 Team zurückzuziehen. Bei den jüngeren Juniorinnen läuft es zur Zeit rund. Obschon auch hier mit Engpässen zu kämpfen, freuen sich Trainer und Zuschauer an deren Auftritten.
Sportliche Ziele stehen im Moment nicht im Vordergrund. Der Fokus besteht darin, möglichst rasch neue Spielerinnen zu finden. Der Verein sucht deshalb Mädchen und Frauen, die Freude am Fussball haben. Für Einsteigerinnen besteht die Möglichkeit, vorerst nur Schnup-pertrainings zu besuchen und später einen eventuellen Beitritt zu machen.  Die 3. Liga-Frauen spielen am Sonntag ihren ersten Ernstkampf zuhause um 16.00 Uhr im Bernercup gegen den SC Thörishaus (3. Liga).

Juniorenbewegung immer noch stark
Dass die Juniorenausbildung im Verein einen grossen Stellenwert hat, ist bereits seit Jahren bekannt. Immer wieder können Spieler und Spielerinnen in die Fanionteams integriert wer-den, was natürlich an der Substanz der Juniorenteams leidet. Die Frutiger stellen ein Team in der Junior League A und zwei Teams bei den B- und C-Junioren in der Promotion. Nachwuchssorgen sind kein Problem, setzen sich doch Woche für Woche die jüngeren auf den Fussballpätzen in Szene. Hier spielen beim FC Frutigen je drei Teams bei den Kategorien D und E, vier bei den F und eine im G. Die Juniorinnen sind in den Kategorien FF-12, FF-15 und FF-19 im Einsatz. Die weitbekannte Fussballschule ermöglicht den jüngsten Kindern, sich spielerisch zu entfalten und sportlich zu betätigen. Hier wird nicht nur das Einmaleins des Fussballs gelernt – die Kinder werden polysportiv gefördert und mit anderen Sportarten vertraut gemacht.

Senioren im Aufwind
In zwei Seniorenteams zeigen die Spieler, dass auch in die Jahre gekommene «Altstars» ihr Hobby weiterhin mit viel Spass und Können betreiben. Die Senioren 30+ spielen Meisterschaft und werden früher oder später mit einigen namhaften Zuzügen einen Platz im ersten Viertel anstreben. Eine Steigerung gegenüber letzter Saison wird klar erwartet. Bei den Senioren 50+ wird einmal in der Woche ein Training abgehalten. Mit Trainingsspielen und neu auch an Turnieren wollen sie an ihre Grenzen gehen, so gut es noch geht. Der Spass ist allemal da – vor, während und nach dem Spiel!

©Toni Stoller, Pressechef