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Defibrillatorschulung Funktionäre


Datum: 24.09.2018

Vergangene Woche haben sich Funktionäre des Fussballklubs Frutigen in der Handhabung und dem Umgang eines Defibrillators weitergebildet. Rettungssanitäter Jens Sonntag zeigte auf, dass jede Sekunde zählt.

Stellen Sie sich vor – Sie stehen Ihrem Sohn beim Nachwuchsfussballspiel zu. Sie schrecken auf. Schmerzen und ein Engegefühl im Brustkorb lassen das Spiel in den Hintergrund treten. Der stechende Schmerz strahlt in den linken Arm und den Oberbauch aus, gefolgt von Übelkeit, Atemnot, Angstgefühlen und Schweissausbrüchen. Ein so starker Schmerz, den viele betroffene Menschen in diesem Ausmass noch nie wahrgenommen haben. Unzählige Personen können jedoch nicht mehr von diesem tragischen Erlebnis berichten – für sie kam leider jede Hilfe zu spät.

Seit einigen Jahren hat der FC Frutigen im Garderobengebäude einen Defibrillator (AED) installiert. So kann im Notfall rasch Hilfe geleistet werden, bis der Notarzt vor Ort ist.  Nach einer Erstausbildung wurde eine jährliche Schulung für alle Funktionäre, vor allem aber für die Trainer vorgesehen. Sie wissen alle, dass ein Notfall nicht nur beim Zuschauer, sondern auch bei ihren Spielern eintreten könnte. Letzte Woche wurde der Wiederholungskurs im FC-Hüsi nun erneut durchgeführt.

Jede Sekunde zählt
Als Referent holte sich der Verein den Rettungssanitäter Jens Sonntag, der seit 30 Jahren in dieser Funktion im Einsatz ist und auch noch aktiv bei den Senioren mitspielt. Er zeigte eindrücklich auf, dass die Überlebenschance ohne beginnende Herzdruckmassnahme und Beatmung in jeder Minute um 10% sinkt. Deshalb sei eine schnelle und sachgerechte Reaktion lebensnotwendig. Herzrhythmusstörungen seien die häufigste Todesursache bei Opfern eines Infarkts. Durch das Einsetzen eines Defibrillators zur rechten Zeit und einer gezielten Schockabgabe, könne der Herzrhythmus wiederhergestellt werden. Es sei deshalb wichtig, einen automatisierten externen Defibrillator (AED) innerhalb kürzester Zeit bereit zu haben. Umgehend sei auch die Notfallnummer 144 zu wählen. Der Defibrillator könne das Herz wieder «starten», jedoch nicht reparieren. Jeder Augenblick zähle doppelt!

Von der Theorie in die Praxis
An einer Reanimations-Übungspuppe konnten die zahlreich anwesenden Funktionäre gleich selber den Ablauf eines Notfalls von Beginn der Rettung bis zur Übergabe des Patienten an das Ambulanzen-Rettungsteam üben. Während dieser Übungen beantwortete Jens Sonntag Fragen zur Animation aber auch zur allgemeinen ersten Hilfe. Übrigens trage der FC Frutigen nicht nur mit dem montierten Defibrillator zur Rettung bei. Vor Jahren habe sich der Verein einverstanden erklärt, dass bei NEAT-Unglücken die Fussballplätze als Landeareal für Helikopter benützt werden könne. So sei auch ein Schlüssel der Anlagen bei den Notfallorganisationen deponiert. Am Ende der Veranstaltung begaben sich die Funktionäre mit wichtigen Erkenntnissen und teils in Gedanken versunken nach Hause. Sie wissen: Wenn alle bei einem Notfall nur wegschauen, werden nun sie die Verantwortung übernehmen müssen. Sie sind nun bestens im Bild, wie mit dem Defibrillator ein Leben gerettet werden kann.