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Donatoren schnürten Fussballschuhe


Datum: 06.11.2015

Die Donatoren des FC Frutigen gaben im Spiel gegen die 2. Liga-Frauen ihr Letztes, mussten aber trotzdem den Platz als Verlierer verlassen. Gründe für die Niederlage waren schnell gefunden: Zu wenig gesalbt, zu wenig in sich gegangen und…und ….und.

Hektisches Treiben in der Garderobe des Fussballklubs Frutigen. Donatoren des Vereins machten sich für das Stelldichein gegen die Frauen bereit. Die Donatorenvereinigung organisiert jedes Jahr ein Fussballspiel gegen einen Gegner, den man mindestens auf dem Papier schlagen kann. So heisst es in der Ausschreibung für das Spiel. Wie letztes Jahr stellte sich das 2. Liga-Team der Frutiger Frauen zur Verfügung. «Wo isch d‘ Murmelisalbi? Hesch mr öppä no ä Chätschgummi? Früjer ha nig bi dä Hosä scho viel chlineri Nummero gha; bi halt jitz nemmä so i Form…», so tönte es unter anderem aus der Garderobe. Sichtlich war die Anspannung bei denen, die noch nie oder schon seit langem keine Fussballschuhe mehr geschnürt hatten. Peter Ehrbar und Hansruedi Klossner beispielsweise hatten vor Jahrzehnten in der gleichen Seniorenmannschaft gespielt und schwelgten bereits beim Anziehen der Fussballutensilien in alten Zeiten. Am Fussballrand teilten sich gleich fünf Donatoren das Coaching, die sich mit Auswechslungen und der Taktik nicht immer einig waren. Darunter auch Donatorenpräsident Hanspeter Burri verletzungsbedingt: «Ds geschtrigä Training mit dä Seniorä 40+ isch grad 1 Minutä z’lang gangä… scho hets zwickt im Oberschenkel». Als Headcoach gab er aber an der Linie alles und  trieb seine Mannen immer wieder nach vorne.

Sein Team ging bereits früh nach einem krassen Abwehrfehler in Führung. Das Frauenteam wusste zu reagieren, übernahm das Spielkommando und konnte noch vor der Pause ausgleichen. In der zweiten Hälfte machte sich doch zusehends bei dem einen oder anderen Donator die Kondition bemerkbar. Die Auswechslungen häuften sich. Verdient konnten die Frauen das Score bis zum 3:1 ausbauen, was letztendlich auch das Endergebnis ergab. Eindrücklich revanchierten sie sich so für die letztjährige Niederlage. Nach dem Spiel lud die Donatorenvereinigung noch zum gemütlichen Zusammensein im FC Hüsi ein, bei dem noch bis spät in die Nacht über das Spiel und die vergangenen Zeiten philosophiert wurde.

Toni Stoller